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Das Jourhaus, das ehemalige Tor des Lagers

Ein unabhängiger Besucherguide

Die Geschichte des Konzentrationslagers Dachau

Das NS-Regime eröffnete das Konzentrationslager Dachau im März 1933, es bestand zwölf Jahre lang. Diese Seite stellt seine Geschichte mit Daten dar, wie die Gedenkstätte sie dokumentiert.

  • Freier Eintritt, Öffnungszeiten und Audioguide erklärt
  • Geschichte mit Daten und Quellen
  • Anreise ab München

Ein Lager aus den ersten Wochen des Regimes

Das NS-Regime eröffnete das Konzentrationslager Dachau am 22. März 1933 auf dem Gelände einer stillgelegten Pulver- und Munitionsfabrik. An diesem Tag trafen die ersten Gefangenentransporte ein. Das Lager bestand bis zu seiner Befreiung durch US-Truppen am 29. April 1945.

In diesen zwölf Jahren waren mehr als 200.000 Menschen aus über 40 Nationen im Konzentrationslager und seinen Außenlagern inhaftiert. Mindestens 41.500 von ihnen kamen ums Leben. Beide Zahlen sind Mindestangaben für das gesamte Lagersystem, keine exakten Zählwerte für das heute zugängliche Gelände.

22. März 1933Eröffnung des Lagers und Ankunft der ersten Gefangenentransporte
Mehr als 200.000Gefangene aus über 40 Nationen im Lager und seinen Außenlagern
Mindestens 41.500Tote im Konzentrationslager und seinen Außenlagern
Das eiserne Tor im Jourhaus

Das Lager von 1933 bis 1945

Die wichtigsten Abschnitte in zeitlicher Folge. Wo die Quellen nur einen Monat, eine Jahreszeit oder ein Jahr nennen, steht hier kein genauer Tag.

1933: das Dachauer Modell

Im Oktober 1933 erließ Eicke eine Lagerordnung, die den Terror der SS institutionalisierte. Dieses System wurde als Dachauer Modell bekannt. Unter Eicke, dem späteren Inspekteur der Konzentrationslager, wurde es auf weitere Lager übertragen.

1938: nach den Novemberpogromen

Die ersten Gefangenen waren politische Gegner des Regimes. Mit der Zeit wurden weitere Gruppen verfolgt und in Dachau inhaftiert. Nach den Novemberpogromen 1938 wurden fast 11.000 jüdische Männer in das Lager eingeliefert.

1939 und 1940: vorübergehende Räumung

Ab Ende September 1939 wurde das Häftlingslager vorübergehend geräumt, damit die SS-Division „Totenkopf“ dort ausgebildet werden konnte. Bis zum Frühjahr 1940 wurden mehr als 5.000 Häftlinge in andere Lager verlegt.

1940 bis 1943: der Krematoriumsbereich

Das alte Krematorium wurde im Sommer 1940 errichtet. Der Bau der Baracke X begann im Frühjahr 1942, ein Jahr später wurde sie in Betrieb genommen. Sie war mit vier Verbrennungsöfen, Desinfektionskammern und einer als Brausebad getarnten Gaskammer ausgestattet.

Ab 1942: medizinische Verbrechen

Ab 1942 führten SS-Ärzte im Lager Menschenversuche durch. Dazu gehörten Höhen- und Unterdruckversuche, Unterkühlungs- und Kälteversuche, Malariaversuche und die Erprobung von Medikamenten.

29. April 1945: die Befreiung

US-Truppen befreiten das Lager am 29. April 1945. Die letzten Wochen davor, die Todesmärsche und die Tage danach beschreibt die Seite zur Befreiung des KZ Dachau.

Wer in Dachau inhaftiert war

Zunächst waren im Lager politische Gegner des NS-Regimes inhaftiert. Später sperrte die SS unter anderem Juden, Sinti und Roma, homosexuelle Männer sowie Menschen ein, die das Regime nach damaligen Verfolgungskategorien als „asozial“ oder „kriminell“ verfolgte. Diese Bezeichnungen waren Mittel der Verfolgung. Sie beschreiben, wie das Regime Menschen einordnete, nicht, wer diese Menschen waren.

Die Gefangenen kamen aus über 40 Nationen. Nach Angaben der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, der Trägerin der Gedenkstätte, gehörten 140 Außenlager zum Lagersystem. Die Zahlen von mehr als 200.000 Gefangenen und mindestens 41.500 Toten beziehen sich auf das Stammlager und diese Außenlager zusammen. Die Darstellungen der Gedenkstätte und der Stiftung sprechen von „mindestens“, „etwa“, „rund“ oder „mehr als“ 41.500 Toten. Eine exakte Endzahl gibt es nicht.

Der Krematoriumsbereich und die Gaskammer

Im Krematoriumsbereich wurden Häftlinge durch Erhängen und durch Genickschüsse ermordet. In der Baracke X befand sich eine als Brausebad getarnte Gaskammer.

Laut Gedenkstätte gab es im KZ Dachau keine massenhafte Tötung durch Giftgas. Weshalb die funktionsfähige Gaskammer nicht so eingesetzt wurde, ist ungeklärt. Ein Zeitzeugenbericht beschreibt die Tötung einiger Häftlinge mit Giftgas im Jahr 1944.

Davon zu unterscheiden ist ein anderes Verbrechen. Kranke und nicht mehr arbeitsfähige Häftlinge wurden aus Dachau in die Tötungsanstalt Schloss Hartheim deportiert und dort mit Giftgas ermordet. Die Gedenkstätte beschreibt diese Transporte in ihrer Chronik zum Jahr 1942. Sie sind nicht mit dem Einsatz der Dachauer Gaskammer gleichzusetzen.

Fundamente der ehemaligen Häftlingsbaracken

Nach 1945: vom Lager zur Gedenkstätte

Von April bis Juni 1945 wurden ehemalige Gefangene auf dem Gelände versorgt, während sie auf ihre Repatriierung warteten. Von Juli 1945 bis zum Sommer 1948 nutzten die USA das Lager zur Internierung von NSDAP-Funktionären und SS-Angehörigen. Im Jahr 1948 wurde das frühere Häftlingslager an Bayern übergeben. Es wurde zum Auffanglager für Vertriebene und später zur „Wohnsiedlung Dachau-Ost“.

Es folgten die religiösen Gedenkorte. Die katholische Todesangst-Christi-Kapelle wurde am 5. August 1960 eingeweiht, der Karmel Heilig Blut am 22. November 1964. Auf Initiative der Überlebenden eröffnete am 9. Mai 1965 die Gedenkstätte mit einer Dokumentarausstellung. Die evangelische Versöhnungskirche wurde am 30. April 1967 eingeweiht, die Jüdische Gedenkstätte am 7. Mai 1967. Das Internationale Mahnmal von Nandor Glid wurde am 8. September 1968 eingeweiht, die russisch-orthodoxe Kapelle am 29. April 1995.

Die heutige Hauptausstellung eröffnete am 2. Mai 2003, das Besucherzentrum am 29. April 2009. Seit 2003 ist die Stiftung Bayerische Gedenkstätten Trägerin der Gedenkstätte. Die heute sichtbaren Baracken sind Rekonstruktionen, keine unverändert erhaltenen Originalunterkünfte.

Wo diese Geschichte vor Ort dokumentiert ist

Die Hauptausstellung befindet sich im ehemaligen Wirtschaftsgebäude. Ihr Leitmotiv ist der Weg der Häftlinge durch das Lager. Weitere Ausstellungen finden Sie im ehemaligen Lagergefängnis, in der rekonstruierten Baracke und beim ehemaligen Krematorium. Die Texte der Ausstellung und im Außenbereich sind auf Deutsch und Englisch.

Die Gedenkstätte nennt einen halben Tag als typischen Zeitbedarf für Gelände und Ausstellungen. Öffnungszeiten, Eintritt und Verhaltensregeln stehen auf der Seite zum Besuch der Gedenkstätte. Die Möglichkeiten eines Besuchs mit lizenzierter Begleitung erklärt die Seite zu den Führungen.

Das ehemalige Wirtschaftsgebäude, heute die Hauptausstellung

Eine Führung in der Gedenkstätte

Wenn Sie die hier beschriebenen Orte mit einem Guide besuchen möchten. Auf dem Gelände dürfen nur von der Gedenkstätte lizenzierte Guides führen.

Von uns ausgewählte Touren, gebucht über Viator. Die Preise sind unverbindliche Ab-Preise in Euro (Stand Oktober 2026). Tippe auf eine Tour für aktuelle Verfügbarkeit und den Preis in deiner Währung.

Eine Führung in der Gedenkstätte

Eine Führung in der Gedenkstätte ab München. Auf dem Gelände dürfen nur von der Gedenkstätte lizenzierte Guides führen.

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Geschichte des KZ Dachau: häufige Fragen

Wann wurde das Konzentrationslager Dachau eröffnet?

Das NS-Regime eröffnete das Lager am 22. März 1933, dem Tag der ersten Gefangenentransporte. US-Truppen befreiten es am 29. April 1945.

Wie viele Menschen waren in Dachau inhaftiert, und wie viele starben?

Mehr als 200.000 Menschen aus über 40 Nationen waren im Konzentrationslager und seinen Außenlagern inhaftiert. Mindestens 41.500 kamen ums Leben. Das sind Mindestangaben für das gesamte Lagersystem, keine exakte Zählung.

Gab es in Dachau eine Gaskammer?

Ja. Die Baracke X, ab Frühjahr 1942 gebaut und ein Jahr später in Betrieb, enthielt eine als Brausebad getarnte Gaskammer. Laut Gedenkstätte gab es in Dachau keine massenhafte Tötung durch Giftgas; weshalb die funktionsfähige Kammer nicht so eingesetzt wurde, ist ungeklärt. Ein Zeitzeugenbericht beschreibt die Tötung einiger Häftlinge mit Giftgas im Jahr 1944.

Sind die Baracken auf dem Gelände original?

Nein. Die heute sichtbaren Baracken sind Rekonstruktionen, keine unverändert erhaltenen Originalunterkünfte.

Können Kinder die Gedenkstätte besuchen?

Die Gedenkstätte rät in ihren häufigen Fragen von einem Besuch mit Kindern unter 13 Jahren ab, ihre Besucherordnung nennt dagegen Kinder unter 12 Jahren. Minderjährige sollen in Begleitung Erziehungsberechtigter kommen. Bildungsangebote gibt es ab 13 Jahren.

Wann ist die Gedenkstätte geöffnet?

Besucherzentrum, Gelände und Ausstellungen sind täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet und am 24. Dezember geschlossen. Der Eintritt ist frei. Letzter Zutritt zum ehemaligen Krematoriumsbereich ist um 16:30 Uhr. Prüfen Sie vor dem Besuch die aktuellen Angaben der Gedenkstätte.